17.01.2015 - 14.02.2015

Alexandra Meyer & Chris Hunter
'hide and bite'

Vernissage Sa 17.01.15
ab 19 Uhr



www.alexandrameyer.ch
www.chrishunter.ch


Den künstlerischen Positionen von Alexandra Meyer und Chris Hunter ist ein sensibles Situationsbewusstsein gemeinsam, welches dem selektiven Blick auf bestehende Konstruktionen, Konventionen und Prinzipien der Alltagswelt scheinbar spielerisch Rechnung trägt. Ausgehend von diesem subjektiven Bewusstsein um die Dinge der Welt erproben die beiden Künstler in einem gemeinsamen Arbeitsfeld, das sie in den Medien der Performance- und Videokunst parallel zu ihrem individuellen Schaffen kontinuierlich entwickeln, die Chancen und Risiken künstlerischer Zusammenarbeit.

Bei den drei Arbeiten, die sie in der Schwarzwaldallee zeigen, handelt es sich um videographische Aufzeichnungen von Performances, die ohne Publikum stattgefunden haben und nun vermittels unterschiedlicher bildgenerierender Mittel im Loop permanent in den Ausstellungsraum hinein aufgeführt werden. Damit thematisieren Alexandra Meyer und Chris Hunter zum einen medienspezifische Fragen in Bezug auf die Unterschiede und Gemeinsamkeiten von Video und Performance sowie Fragen in Bezug auf künstlerische Autorschaft und den damit verbundenen Status des eigentlichen Werks.

Analog zu diesen formalen Problemstellungen übertragen die Bildobjekte, die das Künstlerpaar auf den unterschiedlichen Bildträgern realisiert, explizit Problemstellungen menschlicher Kommunikation und Interaktion in den Bereich der bildenden Kunst. In der Arbeit „Figurine“ (2014) erscheint die Konvention der Heirat (der gesellschaftlich institutionalisierte Versuch aus Zwei Eins zu machen) als überlebensgrosses, allegorisches Tableau-Vivant en-video. Weiter realisiert sich in der Arbeit „doing by doing“ (2014), rein auditiv, die artifizielle Interaktion zweier junger Menschen, die sich in Tat und Wahrheit nicht begegnet sind. Und in der Arbeit „discover“ (2014) treten Alexandra Meyer und Chris Hunter auf ein vorerst letztes gemeinsam auf; diesmal, um eine grüne Wiese mit weissen Leintüchern abzudecken und sich somit als performativ-handelnde Individuen vor einem gemeinsamen Horizont zu verorten.

Lorenz Wiederkehr